Am 1. September 2012 war die Saison noch blutjung: Der zweite Spieltag stand da auf dem Programm, die TSG Hoffenheim empfing Frankfurt, Endstand 0:4.

Doch im Spätsommer hatte man noch keinen blassen Dunst, dass die folgende, groteske Szene symptomatisch für den Saisonverlauf im Kraichgau sein würde. Denn sieben Monate später hat mit Markus Gisdol der vierte Trainer in dieser Spielzeit sein Amt angetreten. »Das« mit Namensvetter Babbel, der mit 1899 in die Saison gestartet war, ist gefühlt schon fünf Jahre her – so viele sind auf allen Ebenen gekommen, gegangen, wurden eingewechselt, rausgeschmissen, befördert, verpflichtet, verbannt, verkauft, vergessen.

Am zweiten April wurde der Neue offiziell vorgestellt, nicht jedoch am ersten. Im Kraichgau wollte man wohl vermeiden, dass Fußballdeutschland einen Aprilscherz vermutet, wenn Geschäftsführer Briel auf der Pressekonferenz verlautbart, dass es mit Gisdol »zurück zu den Wurzeln gehen« soll.

Am Freitagabend wird Gisdol im Heimspiel gegen die Düsseldorfer Fortuna zum ersten Mal an der Seitenlinie stehen. Gleichzeitig bietet sich seinem Verein zum letzten Mal die Chance, sich im Abstiegskampf aufzubäumen.
Die Leistung der TSG Hoffenheim wird über das weitere Schicksal der folgenden Szene entscheiden – aber zuvorderst über ihr eigenes: Fatum oder Fortuna.

16:53 Uhr, 66. Spielminute:

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16:56 Uhr, 69. Spielminute:

salig2

16:57 Uhr, 70. Spielminute:

saligr

(Die Screenshots stammen aus den Spielereignissen von kicker online.)